Beziehungsweise: fern ist vorbei. Nicht, weil ich plötzlich aus Berlin wieder zu Chris nach Marburg gezogen bin und auch nicht weil Chris nun hier in Berlin lebt. Unsere Beziehungsweise gibt es nicht mehr, weil unsere Beziehung nicht mehr existiert. Mit mir und Chris ist es aus.
Blickt man zurück auf die letzten Monate, liest man meine Blogeinträge, so kennt man Chris` Distanziertheit, seine Kälte, seine Emotionslosigkeit und eben auch meine Liebe zu ihm, meinen unermüdlichen Willen unsere Beziehung auch unter dem Attribut fern weiter am Leben zu erhalten, mit Leben zu füllen. Man würde denken, dass Chris derjenige war, der sich getrennt hat. Aber liest man genauer kommen auch meine Verzweiflung, meine Zweifel und meine Verletztheit zum Vorschein, die unsere Beziehungsweise fern die letzte Zeit hinweg über begleitet haben. Und dann…
…und dann kam er.
Er, der alles tut, was Chris nicht getan hat – nicht als wir am gleichen Ort wohnten und nicht als uns Tausende Kilometer trennten.
Er, der mich in Arm nimmt, wenn es mir schlecht geht. Er, der mir mit Rat und Tat und einem offenen Ohr zur Seite steht. Er, der mich vermisst und den ich vermissen darf. Er, der sagt, was er denkt und fühlt. Er, der mich zum Lachen bringt, wenn mir nach Weinen ist.
Er, der einfach da ist, auch wenn er nicht da ist. Mit ihm ist Beziehungsweise: fern zu Ende gegegangen. Mit ihm wandelt sich das fern in ein nah – und das in jeder Hinsicht. Mit ihm kommt das, was Chris mir nicht geben hat, egal ob unter Beziehungsweise nah oder fern.
Beziehungsweise: fern war nicht das Problem.
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